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Foto: Adobe Stock; Robert Kneschke

PISA-Studie: Schüler in Deutschland über dem OECD-Durchschnitt, aber Chancengleichheit ausbaufähig

Mit erzielten 498 Punkten liegen die Schülerinnen und Schüler im Kompetenzbereich Lesen über dem Durchschnittspunktwert der OECD-Staaten, der bei 487 Punkten liegt. Deutschland steht damit in einer größeren Gruppe von Staaten mit ähnlichem Leistungsstand. Dazu gehören unter anderem Frankreich, Großbritannien, die USA oder Japan. In sieben OECD-Staaten zeigen die Jugendlichen signifikant bessere Leistungen beim Lesen und Leseverständnis (523 bis 506 Punkte) als in Deutschland — darunter Estland, Kanada, Finnland und Polen.

Mit elf Prozent hat Anteil an Schülerinnen und Schülern in Deutschland, die besonders gut lesen können, seit 2009 zugenommen und liegt gleichzeitig über dem OECD-Durchschnitt. Gleichzeitig ist jedoch auch der Anteil besonders leseschwacher Jugendlicher mit 21 Prozent hoch. Zugenommen hat seit 2009 hier vor allem der Anteil an Jugendlichen, die eine nicht-gymnasiale Schule besuchen. 29 Prozent und damit mehr als ein Fünftel, haben Schwierigkeiten Texte zu verstehen, zu nutzen und zu bewerten.

Mathematik-Kompetenz im Vergleich zur letzten Umfrage gesunken

Im Bereich Mathematik sind die Jugendlichen in Deutschland ebenfalls kompetenter als der Durchschnitt der 15-Jährigen in den an der Erhebung teilnehmenden OECD-Staaten. So erzielten die Jugendlichen aus Deutschland 500 Punkte, die Jugendlichen aus den restlichen OECD-Ländern 489 Punkte. Allerdings haben sich im Vergleich zur PISA-Studie 2012, als Mathematik zuletzt im Mittelpunkt stand, die Leistungen verschlechtert. Damals erreichten die Jugendlichen in Deutschland 514 Punkte. Ein weiterer Wermutstropfen: Der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit sehr geringen Fähigkeiten ist gestriegen und liegt nun bei 21 Prozent – wie bei der Lesekompetenz wieder in erster Linie bei Jugendlichen, die nicht-gymnasiale Schulen besuchen.

In den Naturwissenschaften bestätigen die 15-Jährigen mit 503 Punkten die Leistungen des PISA-Tests 2015, in dem der Schwerpunkt zuletzt auf diesem Kompetenzfeld lag. Deutschland liegt damit erneut über dem OECD-Durchschnitt von 489 Punkte. Ähnlich wie in den Bereichen Lesen und Mathematik beträgt der Anteil der leistungsschwachen Schülerinnen und Schülern rund ein Fünftel. Er ist insgesamt nicht signifikant größer geworden, hat aber an den nicht-gymnasialen Schulen zugenommen (auf 27 Prozent).

Über die PISA-Studie

Das „Programme for International Student Assessment (PISA)“ untersucht alle drei Jahre, wie gut Jugendliche zum Ende ihrer Pflichtschulzeit grundlegende Kompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften in alltäglichen Situationen anwenden können. In der aktuellen Studie lag der Schwerpunkt auf der Lesekompetenz. Sie umfasst die Fähigkeit, Texte zu verstehen, zu nutzen, zu bewerten und über sie zu reflektieren. Erstmals getestet wurden die Fähigkeiten, Informationen durch das Navigieren auf Webseiten zu gewinnen, sowie die Glaubwürdigkeit von Texten zu beurteilen und widersprüchliche Informationen mehrerer Textquellen gegeneinander abzuwägen.

Für die aktuelle siebente repräsentative Erhebung wurden im Frühjahr 2018 in Deutschland die Kompetenzen von rund 5.500 15-jährigen Schülerinnen und Schülern an rund 220 Schulen aller Schularten getestet. Befragt wurden außerdem Lehrkräfte und Eltern. Weltweit nahmen rund 600.000 15-Jährige in 79 Ländern teil, darunter die 37 Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die die Studie koordiniert. Drei weitere Berichte aus der aktuellen Erhebung mit den Schwerpunkten finanzielle Allgemeinbildung, Schulorganisation und globale Kompetenzen werden nach Angaben der OECD im Jahr 2020 veröffentlicht.

OECD-Webseite mit Ländernotiz und Pressemitteilung für Deutschland   
OCED-Bibliothek mit allen Berichtsbänden    

 

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