Was motiviert Schülerinnen und Schüler zum Lernen? Warum empfinden manche Schule als bereichernd, andere als belastend? Diese Fragen stehen im Zentrum des Forschungsprojekts „School Fun“, das vom Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) durchgeführt wird und im April 2026 gestartet ist. Es untersucht, wann Lernfreude entsteht und wie sie sich langfristig stabilisieren lässt – im Unterricht, aber auch darüber hinaus.
Lernfreude als Schlüssel zum Bildungserfolg
Lernfreude beeinflusst den Bildungserfolg in mehrfacher Hinsicht. Schülerinnen und Schüler, die gerne lernen, erzielen bessere Leistungen, entwickeln tieferes Interesse und zeigen mehr Ausdauer. Sie nutzen effizientere Lernstrategien und steuern ihren Lernprozess eigenständig. Doch die Forschung zeigt, dass diese Motivation oft im Laufe der Schulzeit abnimmt. Das Projekt setzt genau hier an und analysiert, welche Bedingungen Lernfreude fördern oder hemmen.
Neben individuellen Voraussetzungen rückt das Umfeld stärker in den Fokus. Es berücksichtigt Einflüsse von Lehrkräften, Eltern und Gleichaltrigen sowie deren Zusammenspiel. So erweitert das Projekt die Perspektive über den Unterricht hinaus und erforscht, wie schulische und häusliche Faktoren gemeinsam wirken.
Zusammenhänge systematisch analysieren
Ein zentrales Ziel besteht darin, Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern besser zu verstehen. Warum bleibt bei einigen die Motivation stabil, während sie bei anderen sinkt? Welche Rolle spielen Rückmeldungen, Erwartungen oder soziale Dynamiken? Um diese Fragen zu beantworten, nutzt das Projekt umfangreiche Längsschnittdaten.
Ausgewertet werden sechs bestehende Datensätze aus frei zugänglichen Quellen, darunter Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS). Mithilfe statistischer Modelle lassen sich Entwicklungen über längere Zeiträume hinweg abbilden und Wechselwirkungen zwischen Umfeld, Lernfreude und Leistung analysieren. Dieser Ansatz ermöglicht differenziertere Einblicke als klassische Einzelstudien.
Impulse für die schulische Praxis
Die Ergebnisse sollen nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse liefern, sondern auch konkrete Hinweise für die Gestaltung von Lernumgebungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Faktoren dazu beitragen, Lernfreude gezielt zu stärken. Dazu zählen verlässliche Beziehungen, unterstützendes Feedback und ein Umfeld, das Interesse und Beteiligung ermöglicht.
Zugleich untersucht das Projekt, ob Lernfreude eine vermittelnde Rolle zwischen äußeren Einflüssen und Lernergebnissen einnimmt. Die Erkenntnisse können dazu beitragen, schulische Prozesse besser zu verstehen und gezielt weiterzuentwickeln.
Das Projekt „School Fun“ wird vom Leibniz-Institut für Bildungsverläufe durchgeführt und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Es verbindet empirische Bildungsforschung mit praxisnahen Fragestellungen und liefert eine Grundlage für die Weiterentwicklung schulischer Lernbedingungen. Die Projektlaufzeit erstreckt sich von April 2026 bis März 2029.
Hier geht es zur Projektseite „School Fun“